Die Hochkarhöhle

Die Attraktion am Hochkar

In den Göstlinger Alpen bildet das Hochkar mit seinen 1808 m die höchste Erhebung. Die Höhen dieses Gebirgsstockes reichen über die Waldgrenze hinaus, und weisen oft steile, wildzerklüftet Abstürze und Karbildungen auf. Auf ausgedehnten Hochflächen findet man saftige Almböden mit einer reichen Alpenflora.

Geologische Gegebenheiten

Der Hochkarschacht hat sich im Dachsteinkalk der Ötscherdecke gebildet. Der Dachsteinkalk ist ein magnesiumhaltiger, wasserdurchlässiger, fast reiner Kalk, der die Entstehung dieses Höhlensystems begünstigte.

Entwicklungsgeschichte

Die Hochkarhöhle hat, wie die meisten alpinen Höhlen, eine Entwicklungsgeschichte von tausenden von Jahren. Während der Eiszeit waren der Dürrenstein, der Ötscher und wohl auch das Hochkar von einem Gletscher bedeckt. Mit dem Eintritt eines wärmeren Klimas drang das Schmelzwasser in den Fels und suchte sich seinen Weg in die Tiefe. Aus den Poren des Gesteins drang die Bergfeuchtigkeit heraus und der darin gelöste Kalk setzte sich in Form von Tropfsteinen und Kalksinter in den Hohlräumen ab. Diese Bildungen sind vermutlich während der letzten Eiszeit, der Wurmeiszeit, vor sich gegangen, also vor mehr als 100.000 Jahren.

Damals mag auch im Hochkar eine Tropfsteinhöhle gewesen sein, aber nur mehr ein Tropfsteingebilde, eine orgelpfeifenartige Wandversinterung, hat sich erhalten. Der sogenannte Tropfsteinteil der Höhle ist nur nach schwieriger Kletterei über eine steile Felswand zu erreichen. Er weist noch alte, verfallene Tropfsteinbildungen auf.

Eine glänzende Wand strahlt wie mit Grieß übersät mit muschelartigen Poren dem kühnen Kletterer entgegen. Auch die Knöpfchensinterbildungen wurden im Laufe der Zeit umkristallisiert und wirken nun wie ein großer glitzernder Kalzitkristall.

Die ursprünglichen Formen wurden durch den natürlichen Abbruch der Höhlenwände, durch Verwitterung und Frost vielfach beschädigt.

Nur in den engen Durchgangsstellen haben sich die ursprünglichen Formen besser erhalten, da sie nicht unmittelbar der zerstörenden Wirkung der Bruchlinie ausgesetzt waren.

Die letzte gewaltige Veränderung erfuhr die Hochkarhöhle am Ende der letzten Eiszeit vor etwas 15000 Jahren durch große Verstürze. Infolge von Spannungen und Druckverschiebungen im Berg lösten sich von der Höhlendecke mächtige Versturzpakete und polterten zu Boden, wobei de einstige Tropfsteinhöhle verschüttete wurde. Viele solcher Versturzblöcke bilden heute noch zum Teil den Höhlenboden.

Tarife Hochkarhöhle gültig in der Saison 2017

Tarife in Euro

Erwachsene

Kinder

Höhlenführung

(inkl. Helm u. Stirnlampe)

10,50

5,50

Weitere Informationen zur Hochkarhöhle

Keine Höhlenführung am 8. Oktober 2017

  • Großhöhle mit einer Gesamtlänge von mehr als 600 Meter.
  • Führungen (Treffpunkt Talstation der Hochkarbahn) in Arbeit

  - vom 5. Juli bis 6. September jeden Mittwoch um 14:00 Uhr

  - Jeden 2. Sonntag um 11:00 Uhr - beginnend mit 18. Juni 2017

2./16./30. Juli 2017

    13./27. August 2017

    10./24. September 2017

      8./22. Oktober 2017

 

 

  • für Gruppen nach Terminvereinbarung jederzeit ab 6 Personen möglich!

  Anmeldungen bitte unter der Telefonnummer: +43 (0)7484/7214 oder 2122.

Erforschungsgeschichte

Entdeckung/Erschließung

Der natürliche Eingang zur Höhle war aber schon in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg bekannt. 1923 wurde der Hochkarschacht von Michael Müllner entdeckt. Die Höhlenforschung wurde nach dem 1. Weltkrieg sehr intensiv betrieben, da man die Höhlensedimente, die phosphorhaltig sind, als Düngemittel abbauen wollte. Herrn Müllner ist es zu verdanken, dass die Hochkarhöhle nicht ausgebeutet worden ist, denn er hat seine Entdeckung nur in seinen Notizen festgehalten. 
Die Erschließung der Hochkarhöhle stand in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bau der 9,5 km langen Alpenstraße durch die Hochkar Fremdenverkehrsgesellschaft unter der Führung von Baumeister Ing. Franz Geischläger.

Da das Hochkar über keine Quelle verfügt, war die Suche nach Wasser der Hauptgrund für die Erforschung der Höhle. Man hoffte auf ihrem Grund auf Wasser zu stoßen. 
Bei der Trassierung des Sesselliftes, der vom „Oberen Boden“ am Ende der Alpenstraße zum Vorgipfel auf 1720m Seehöhe hinaufführt, wurde man auf das so genannte „Rauchende Loch aufmerksam. Diese „Lucken“ nebelte bei Temperaturen unter -10°C die Bergfeuchte heraus, da es in der Höhle eine Durchschnittstemperatur von ca. 8°C hat.

Am 22. September 1963 machte sich Herr Georg Perschl mit seinem Sohn auf die Suche nach der Höhle und fand den Einstieg 50 m westlich der 5. Stütze des Sesselliftes. Am 24. September 1963 wurde der erste Vorstoß in die Höhle von Werner Putz, Hubert Bruckner und Helmut Fritz gemacht. Sie berichteten von einem dolinenartigen Einbruch von etwa 10 m Durchmesser. Es kam nicht zum Abstieg in die Höhle, weil es den Männern an der richtigen Ausrüstung mangelte.

Mit geeigneten Geräten ausgerüstet gelang dem Verein für Höhlenkunde, nach Anfrage von Herrn Geischläger, zum ersten Mal in die Tiefe vorzudringen und sie landeten an der Sohle des großen Doms. 
Erst durch den Einsatz von 30 Drahtseilleitern konnte zu Pfingsten 1964 der Durchgang in die nächste Großhöhle bewältigt werden. Die Schichthöhle war entdeckt. Am Ende dieser Höhle führte ein Gang in die dritte Halle, die von den Forschern „Pfingsthalle“ genannt wurde. Vom 5. bis zum 7. Juni 1965 wurden wieder neue Teile der Höhle aufgenommen. Danach war es eindeutig: Die Hochkarhöhle ist die 5. größte Höhle in Niederösterreich.

Vermessungen ergaben, dass das Ende der Pfingsthalle nicht weit von der Erdoberfläche liegen müsse. Dies veranlasste Herrn Perschl, mit seinen Kollegen Putz und dem Bergrettungsmann Alfred Herb, abermals in die Höhle einzusteigen und bis in die Pfingsthalle vorzudringen, wo sie sich durch Klopfzeichen mit der Außenwelt in Verbindung setzen konnten.

Herr Geischläger trieb den Bau eines Stollens voran, und schon am 29. Juli 1965 war der Durchstoß in die Pfingsthalle gelungen. Dieser künstliche Eingang ermöglicht es nun die Höhle ohne den beschwerlichen Schachtabstieg über 70m zu erreichen. Herr Werner Putz entdeckte am 12. September 1965 den Tropfsteinteil der Höhle, der allerdings nur nach schwieriger Kletterei zu erreichen ist.

Lage und Zugang

Der Hochkarschacht liegt 50m westlich der 3. Stütze des Sesselliftes der vom „Oberen Boden“ auf den Vorgipfel führt. Der natürliche Eingang kann nicht mehr benützt werden. Er wurde zum Schutz der Schifahrer und der Höhlenbesucher durch Eisenschienen abgesichert. Als Einstieg kommt nur mehr der 12m lange künstliche Stollen in Frage. Von der Talstation führt ein Steig (10 Minuten Gehzeit) zum Stolleneingang, der auf 1250 m Seehöhe liegt.

Raumbeschreibung

Die Reihenfolge der Beschreibung folgt der Abfolge der Höhlenteile bei der Begehung. Die Pfingsthalle, wurde so benannt, weil sie zu Pfingsten 1965 entdeckt wurde. Erst wenn man sich an das Dunkel des Raumes gewöhnt hat wird einem die Größe dieses Raumes bewusst. Diese Höhle ist 35 m lang, 15 m breit und 20 m hoch. Gegen Ende dieser Höhle tropft aus einem Schlot Wasser, das aber in einer Vertiefung des Hallenbodens wieder verschwindet. Vor dem Abschluss der Pfingsthalle durch gewaltige Felsblöcke, kann man an der Decke eine sich nach oben verengende Öffnung erkennen. Dort oben ist der Tropfsteinteil der Höhle, der an einer steilen Wand Reste von Tropfsteinbildungen aufweist. Dieser Teil der Höhle wird allerdings bei Führungen nicht besucht, da der Aufstieg zu gefährlich ist. 
Gewaltige Versturzblöcke bilden mit den Höhlenwänden einen leicht abwärts führenden Gang, die Galerie. Große Teile der Wände hier sind mit Tröpfchensinter, einer karfioartigen Gesteinsbildung überzogen. Vielfach sind diese Perlsinterformen zu glitzernden Kalzitkristallen umgewandelt worden, die ganze Wandteile bedecken.

Am Ende der Galerie erreicht man die Schichthalle, die mit einer Längenausdehnung von 35 m, etwa 20 m Breite und 10 m Höhe der Pfingsthalle um nichts nachsteht. Jede dieser beiden Höhlen ist so groß, dass die Göstlinger Kirche leicht Platz fände. Die Decke der Schichthalle, die wahrscheinlich bis an wenige Meter an die Hangoberfläche heranreicht, ist nicht kluftartig wie die der Pfingsthalle, sondern glatt und einheitlich ausgespannt. Die geschichtete Ablagerung des Dachsteinkalks ist hier deutlich zu erkennen. Die einzelnen Gesteinsbänke liegen übereinander und sind voneinander scharf abgegrenzt. 
Die jetzt sichtbare Decke ist der untere Teil eines Gesteinspaketes. In diesem haben sich in den tektonischen Strömungslinien Spannungen ergeben, durch die das Paket zerrieben wurde und zu Boden stürzte. Diese Versturzblöcke haben sich verklemmt und man kann auf ihnen wie auf einer Art Brücke herumsteigen.

Über eine gangartige Fortsetzung kommt man zu einer rötlich gefärbten, ca 1m hohen Wandversinterung, die Orgel. Sie ist als einzige Tropfsteinfigur im ganzen Höhlensystem erhalten. Hier endet die Führung.

Über einen Pfosten und eine steile Wand können Höhlenforscher nach einigen Anstrengungen den Großen Dom besuchen. Mit seiner gewaltigen Ausdehnung von (45m lang, 25m breit) und einer Höhe von ca 70m ist er der größte Naturraum Niederösterreichs. Über Sturzblöcke gelangt man in die Mitte des mächtigen Schachtes von wo aus man die Schachtöffnung sieht. Es ist ein überwältigender Eindruck, wenn aus dem sich in einer Höhe von 70m verengenden Schacht Tageslicht hereinfällt. Dies ist auch die Stelle an der die Forscher ursprünglich an einer frei hängenden Leiter den Schacht heruntergestiegen sind.

Über einen nach OSO absteigenden Gang, den Seetunnel, kommt man zum Seeschacht. Dessen Boden ist mit Wasser bedeckt (daher der Name). Eine Vermessung ergab eine Tiefe von ca. 55m. Ein spürbarer Luftzug lässt vermuten, dass der Seeschacht nach oben hin durch enge Klüfte mit der Hangoberfläche in Verbindung steht.

Schutzwürdigkeit

Schon nach dem ersten Bericht von Gerhart Schirmer über die Erkundungsfahrt des Höhlenforschervereins im Oktober 1963 wurde der Hochkarschacht in das niederösterreichische Höhlenverzeichnis unter der Nummer 1814/5 aufgenommen. Das fachliche Gutachten über die Schutzwürdigkeit der Höhle zeigt ein eindeutiges Bild: Die Hochkarhöhle ist zu schützen. Das Bundesdenkmalamt hat mit dem Bescheid am 18. November 1966 den Schacht „wegen seiner Eigenart, seinem besonderen Gepräges und seiner naturwissenschaftlichen Bedeutung“ unter Denkmalschutz gestellt. Auch die Umgebung der beiden Eingänge wurden zum Naturdenkmal erklärt.

Kurzer Überblick

Die Hochkarhöhle stelle in allen Räumen den hochalpinen Höhlentypus, der in Niederösterreich eine Seltenheit darstellt. Der Hochkarschacht ist mit einer Gesamtlänge von mehr als 500m und einem Höhenunterschied von 120m die 5. größte Höhle Niederösterreichs und eine der tiefsten Höhlen dieses Bundeslandes. Er zeichnet sich durch großräumige Hallen aus und der Große Dom dürfte der größte Hallenraum in Niederösterreich sein. Der Charakter der Räume ist durch Verbruch bestimmt. 
Durch den Abbruch der Gesteinspakete erfolgte eine Ausweitung der Hallen so dass vielfach die Höhlendecke bis an wenige Meter an die Oberfläche heranreicht.

In einzelnen Teilen zeigen sich inaktiv gewordene und im Abbau begriffene Tropfsteinbildungen. 
Knöpfchensinter kommt in der Galerie und zwischen Pfingsthalle und Schichthalle in außergewöhnlicher Größe und seltener Ausbildungsform vor.

Lebensformen

Am 15. Mai 1966 machte das Ehepaar Hartmann eine äußerst interessante zoologische Entdeckung. Durch Zufall sahen die beiden auf einem Versturzblock im Großen Dom einen Laufkäfer. Diesen brachten sie nach Wien und dort wurde das Käferweibchen durch Manfred Schmid wissenschaftlich untersucht und beschrieben. Es ist das zweite Exemplar eines Arctaphaenops in Niederösterreich, eines durchsichtigen und blinden Laufkäfers, der stirbt wenn er dem Tageslicht ausgesetzt wird. Es ist ein echtes Höhlentier und stammt aus der Eiszeit. Seine Verwandten sind bereits ausgestorben, einige wenige haben sich in einzelnen Gebirgsstöcken weiter entwickelt, z. B.: im Hochkar, Dürrenstein und Lugauer, im Gesäuse und am Dachstein. Im Laufe vieler Generationen haben sie sich aus der oberirdischen Stammform zu Höhlenspaltentieren entwickelt. Sie sind zu eigenen Käferarten geworden. 
Bis jetzt sind 8 Käfer bekannt geworden. Der Hochkarkäfer ist mit seinen 47 mm kleiner als die anderen dieser Gattung, und unterscheidet sich auch äußerlich von diesen, so dass er einen besonders wertvollen Fund darstellt, der unter dem Namen Arctaphaenops hartmanorum in die Fachliteratur eingegangen ist. (nach den Entdeckern benannt)

Quelle

  • „Der Hochkarschacht bei Göstling/Ybbs“
  • von OSR Fritz Apeldauer, Göstling/Ybbs
Pisten & Anlagen
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87%
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